Leckerer Atem der Geschichte in NRW

Der Holunderstrauch steht in voller Blüte! Er schreit danach, sich zu versaften. Mich wundert es nicht, dass der Holunder solch weiß strahlende Blühten hier im Rheinland wirft. Welch Historizität haben schon diese Blüten gesehen, welch Geschichtlichkeit packt mich, mit titanener Hand am Historikergemächt:
Die Symbolfigur des christlichen Europas, Karl der Große, mit dessen Thron ich ein Selfie gemacht hab. Am Grabe Kaiserin Theophanu, einer der mächtigsten Frauen des Mittelalters, wo mich der Atem der Geschichte eingeholt hat. Am Geburtshaus Beethovens, wo ich mir wieder bewusst wurde, dass ich mich mit Musik so gar nicht auskenne. Der nähren Umwelt Karl Marx, dessen Theorien die Weltgeschichte prägten. Am Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom, einer Pilgerstätte zu der tausende und abertausende Menschen eilten. In der Bundeshauptstadt der BRD, geistig Arm in Arm mit Adenauer voran schreitend für ein geeintes und besseres Europa! Erasmus ist ein guter Weg, Mauern zu zerschlagen und an deren Stelle Brücken zu bauen. So hab ich schon mit fast ganz Europa – stellvertretend –  ein Bier getrunken. Und Leute die miteinander Bier trinken sind Freunde!

Szenenwechsel!

Ich sitze mit einem lecker angebratenen, halben Hähnchen auf einer Parkbank auf einem Spielplatz gleich neben dem ZfL, dem Ort wo ich arbeite. Mittagspause. Meine Finger reißen Stücke aus dem saftigen Fleisch. Meine Geschmacksknospen tanzen! Ein kleines Mädchen eilt vorbei, mit großen Augen auf das Fleisch blickend entfuhr ihr ein zittriges: “Ach! Hähnchen“. Wäre ich nicht voller Futterneid mit zwei größeren Brüdern aufgewachsen und hätte ich es nicht komisch gefunden als erwachsener Mann Kindern am Spielplatz Hähnchenfleisch zu füttern, hätte ich ihr ein Stückchen gegeben. Aber spätestens als ich meine blauen Heidelbeeren aus der Packung nahm, und mich das erste Kind fragte, ob sie den auch eine Blaubeere haben darf, gierten die Kinder wie Spatzen oder Tauben und plünderten meinen Heidelbeerbestand. Naja! Ich hatte ja schon ein Hähnchen. Was aber nicht zu verwechseln ist mit einem Halben Hahn. Das ist kölsch für ein Roggenbrötchen mit einem dicken Stück Käse und Senf. Ach dieses Europa. Dort blüht halt noch der Holunder. Und warum schreibt man blühen mit h und Blüte nicht?

Kemmts wieder einmal vorbei!
-Christopher

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