Blended Marx: Arbeit und Erasmus

Das Underground in Köln. Wahrlich ein (ver)blended-er Ort! Hat eigentlich nichts mit dem Text jetzt zu tun!

Ich bin gar kein Erasmus-Student. Erasmus-Studenten feiern ununterbrochen und bereisen ganz Europa. Ich bin ausreichend belegt mit Seminaren oder Kursen und arbeite auch noch. Arbeiten? Während eines Auslandssemesters?! Arbeiten als Student?! Wieso arbeiten Studenten überhaupt? Wieso arbeitet man überhaupt? Hat nicht der alte Karl Marx bereits die Arbeit als grundlegenden Prozess zwischen Mensch und Natur gesehen? So ist doch ein sich in die Welt-setzen die Arbeit eines Studenten! Und warum lese ich eigentlich ein Buch über Karl Marx? Weil ich mir dann so unheimlich schlau vorkomme! Und was arbeite ich überhaupt? Was noch viel Schlaueres!

Ich arbeite, nicht nur am mich in die Welt-setzen, oder als Setzer in der Veitsch – beides stets erfolgreich – sondern zur Zeit auch als wissenschaftliche Hilfskraft am Zentrum für LehrerInnenbildung an der Uni Köln. Dort arbeite ich mit, eine e-Learning/Blended Learning unterstützte Lernumgebung für Lehramtsstudierende im Praxissemester zu entwickeln. Blended Learning ist der Versuch den viel erörterten Begriff des e-Learnings praktisch brauchbar umzusetzen. Also wirklich praktisch und nicht so unbeholfen, wie man das (leider) so oft erlebt. Dort werden e-Learning Prinzipien mit Präsenzeinheiten mit einem Lehrenden kombiniert, um Synergien ausschlachten zu können – ausschlachten ist in dem Zusammenhang aber ein hartes Wort. Die Arbeit des Fleischhauers ist in seinem Ausschlachten, ein sich in die Welt-setzen und eine Kuh aus der Welt setzen. Oder so…

Die kleine Susi studiert Geschichte im 3.Semester an einer Universität. Susi ist keine Kuh und setzt sich in die Welt! Ihre Professoren sind IT-affin und wollen e-Learning, ja sogar Blended Learning anwenden um ihren Unterricht zu modifizieren. Susi erarbeitet in einem Lernmodul unterschiedlichste Lernziele. So liest sie einen Text zur kritischen Kapitalismusanalyse, schreibt ein kurzes Essay darüber in einer kollaborativen Schreibumgebung, ladet es hoch und bringt in ihrer Schreibtätigkeit die Zusatzinformationen aus einem Podcast und aus der Forendiskussion mit Kolleginnen und Kollegen mit ein. In der Pärsenzeinheit wird nun gemeinsam mit dem Dozenten über die Essays diskutiert, Feedback gegeben und gemeinsam an neuen Lernzielen gearbeitet, die dann wiederum als online Session kollaborativ von Studenten erarbeitet werden müssen. Susi kann lernen wo sie will, wann sie will und erhaltet gut abgestimmtes Feedback auf ihre Leistungen, ohne, dass man sich fadisierend administrative Inhalte oder Referate von Kolleginnen anhören muss. Ich arbeite daran mit, dass an der Uni Köln ungefähr so etwas etabliert werden kann.

Kemmts wieder amoi!
– Christopher

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One thought on “Blended Marx: Arbeit und Erasmus

  1. Hey Christopher,

    schöne Umschreibung! Ich hoffe, du kannst die Früchte deiner Arbeitbald im Netz bewundern 🙂

    Viele Grüße
    Valerie

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