Nice to meet you, Digital Humanities!

Die Uni ist voll mit jungen Menschen! Es erinnert mich mehr an einen langen Festivalaufenthalt als an ein Auslandssemester. Englisch sprechen mit unterschiedlichen Menschen aus unterschiedlichen Nationen (wieder dieses diskussionswürdige Konstrukt!), junge und offene Menschen so weit das Auge reicht. Junge Menschen die so unbekümmert der mächtigen Lebenszeit ins Angesicht, locker grinsend, im Gras liegend, sich wiegend, auf das nächste Kölsch schielend, lachen.
„Hey! What are you studying“ ist eine standardisierte Smalltalk-Einstiegsphrase um ein Gespräch zu beginnen. Nur, was ich stets vergesse, ist, dass ich dann anschließend mein eigenes Studium erklären muss. „I am studying Digital Cultural Heritage Studies“. Schweigen. Inhaltsleere Glasmurmeln, die sich Augen nennen, schauen mich fragend an, nichts ahnend was es mit diesem Studium auf sich hat, „…it sounds…interesting…“
Langsam aber sicher bin ich Experte im Definieren meiner eigenen Disziplin. Man nehme Methoden und Tools der Informatik um geisteswissenschaftliche Fragestellung zu bearbeiten, die ohne Informationsverarbeitung viel zu zeitintensiv wäre. Dies wird nun mit einem Archiv, einer Bibliothek, einem Museum gepaart, wo ja richtig viel drinnen sein kann, bzw. die Inhalte sooooo unendlich statisch sind, dass es unendlich fad ist. Also für andere Menschen fad ist, oder wie oft warst Du schon in einem Archiv? Wie ein mystischer Alchemist bewegt sich der Digital Humanist zwischen der Informatik und der Geisteswissenschaft, stets ein Fremdkörper. Nennt es doch Isabella!
Er (und natürlich auch Sie, wobei nicht höflich sondern weiblich) ist fast so besonders wie die Chefin im Philo-Cafe, das gleich beim Philosophikum unten rechts, wo die Glasfront ist, vor den Radln, ganz genau dort, sich befindet. In diesem eben genannten Cafe umschmeichelt eine zarte Stimme mein Ohr, während die Knospen der Zunge den akademischen Geschmack des günstigen Kaffees verarbeiten (Informationsverarbeitung!).
„Ciao Bella!“, ruft sie einer Studentin nach. „Mein Arzt hat gesagt ich muss viel bewegen“, lacht sie im italienischen Akzent und mit gebrochenem Deutsch. Ein Ausländer wie ich! Ihre Stimme schallt durch das Cafe. Die Stimme ist stark. Wobei stark untertrieben ist. Sie ist klein, schwarzhaarig, kernig und sieht wie eine italienische Matriarchin einer 10-köpfigen Familie aus, die sie ALLE organisiert und dirigiert, so wie sie das Philo-Cafe fest im Griff hat. Sie fängt einfach zum Singen an. Laut zum Singen an! Ich mag diese Frau, wie ich diese Uni, wie ich diese Stadt mag!

-Christopher

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