Köln: Blaue Walknochen im Rhein

Der Himmel ist blau und der Rest deines Lebens liegt vor dir, vielleicht wäre es schlau dich ein letztes Mal umzudrehen, du weißt nicht warum, aber irgendwie packt dich die Neugier, ein gutes Gefühl… so singen die Ärzte. Das trifft es ganz gut in Köln zur Zeit für mich.

Zum Rhein zum Rhein zum Deutschen Rhein…“, singt mein Kopf dann doch ab und an, wenn meine Sehorgane die Bildinformation des Rheins an das Hirn weiterleiten – trotz des deutschnationalen Mief. Wenn man selber doch nur halb so breit sein könnte wie der Rhein. Aber das ist gar kein deutscher Rhein! Multikulturell, Migration, Menschen, Studentenaustausch! Wenn Engländer und Franzosen deutsch sprechen – ja! Franzosen! Wegen der deutsch-französischen Freundschaft. Die soll man nie vergessen! Wenn Österreicher und Australier über ihr gemeinsames Land sprechen, wenn Spanier und Ungarn beer-pong spielen. Das alles am “deutschen” Rhein, da würde sich der alte Kaiser Wilhelm im Grabe umdrehen, wenn er da nicht oben auf der Reiterstatue zu seinem “deutschen” Rhein schauen würde. Man sollte sich mal was neues einfallen lassen. Das mit den Nationen und dem Nationalismus ist doch wirklich schon längst überholt! Ein bisschen mehr freundlich sein, offen sein. Köln, so find ich, ist ziemlich offen. Ganz entnationalisiert! Ich weiß gar nicht, ob es das Wort gibt, aber ich weiß, dass in Köln in St. Maria am Kapitol in Köln Knochen von einem Wal hängen, wie das Bild oben beweist. Der Wal war aus dem Rhein, so stand da geschrieben und hatte sich damals verirrt. Anscheinend hatte der keie andere Wahl! Und mit ziemlicher Sicherheit war der kein Deutscher.

Solche Gedanken kommen mir halt, während ich auf meinem blauen Rad durch die Stadt düse und mir die Kirchen der Stadt anschaue. Die Kirchen sind wirklich prächtig, also die Bauwerke, sonst find ich die Kirche nicht so prickelnd. Aber da kommt schon Stimmung auf, ja Gänsehaut, wenn man einem Chor bei einer Messe lauscht, während man am Sarkophag der ottonischen Kaiserin Theophanu, dem-Atem-der-Geschichte-erliegend, verweilt. Die war übrigens auch keine Deutsche, sondern aus Byzanz. DSCN6854

Die Blähungen sind am abnehmen, ja am verschwinden. In der Kirche hab ich natürlich nicht gepupst! Nur wenn ich Kaffee trinke aus Tassen, die ich nicht mit alten Frauen teilen muss.

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