Workshop: Computerlinguistische Methoden der Inhaltsanalyse in den Sozialwissenschaften

Dhd-2015: e-Identity Wie lässt sich Politikwissenschaft und Digital Humanities (= DH) verbinden? Dazu kann die Computerlinguistik ein spannendes Arbeitsfeld eröffnen, das mir bis jetzt recht unbekannt war. Politische bzw. gesellschaftliche Texte, von Zeitungen über Parteiprogramme sind allgegenwärtig und können als Quelle für politikwissenschaftliche Fragestellungen herangezogen werden. Das ist an sich nichts neues, doch eröffnen die DH die Möglichkeit mittels ihren neuen Zugängen und Technologien aus einer großen Datenmenge heraus, neue Erkenntnisse zu generieren (ich glaube das ist der Titel der Tagung 🙂 ) Was versteht man als europäische oder als nationale Identität? Welche Identitäten gibt es und wer fühlt sich zu welchen Identitäten zugehörig? Was ist eine Identität überhaupt? So sehe ich mich als Steirer, als Österreicher, als Europäer, aber auch als Liberaler und gezwungenermaßen auch als Christ. Aber wie kann man so etwas wie Identität messen? Prof. Dr. Cathleen KANTER und Prof. Dr. Jonas KUHN präsentieren im Zuge eines Workshops an der DHd-2015 ihr Projekt e-Identity. In diesem Projekt werden mittels computerlinguistischen Methoden und Verfahren validierbare Daten zur Fragestellungen, wie Akteure Identitäten in Krisensituationen mobilisieren, gesammelt. Dazu werden Diskurse über Krieg und Intervention seit dem Ende des Kalten Krieges in internationalen Zeitungen gesammelt und ausgewertet. Ohne die DH kann nur eine punktuelle Wahrnehmung einer Handlung in diesem Bereich analysiert werden, da die Datenmenge schlichtweg zu groß ist. Ein weiter Punkt ist die Transparenz der ausgewählten Texte. Spiegeln diese Texte eindeutig die Wirklichkeit wieder? Das Datenvolumen in seiner Gänze kann zu neuen Erkenntnissen führen, wo ausgewählte Texte dazu eventuell nicht in der Lage sind. Als Ergebnis lässt sich darstellen wann über spezifische Themen in Medien berichtet wurde. So wurde über die EU als außenpolitischer Akteur zu unterschiedlichen Zeiten, unterschiedlich stark berichtet und diskutiert, besonders stark am Ende des Kalten Krieges, im Zuge des Kosovo Krieges und schließlich im Zusammenhang der Institutionalisierung der Außenbeziehungen der EU. Ziel ist es eine Infrastruktur zu erstellen, die für unterschiedliche Fragestellungen in diesem Bereich verwendet werden können, ohne dass das eine „Brücke“ immer wieder neu gebaut werden muss.

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