Hans Gros

Grauslich Wissenschaftlich: Das Hans Gros Kriminalmuseum.

Ein sorgfältig in drei Teile geteilter Finger. Eine, mit einer Frau, vollgepackte Marmorsäule, ein Priester in weibischen Gewand und Zigeuner mit selbstheilenden Kräften. Damals sagte man noch Zigeuner.

Das Hans Gros Kriminalmuseum ist einzigartig. Den Hans Gros sieht man da oben. Eine ehemalige Lehrmittelsammlung zur Ausbildung von Untersuchungsrichtern um an deren enzyklopädischen, kriminalistischen Wissen zu feilen und messerscharf die Täter für ihre Taten zu tadeln. Verzeitigen lässt sich das Ganze in das Jahr 1912. Ob der gute, alte Kaiser Franz-Joseph sein k. u. k. Kriminalistischen Institut an der Universität Graz kannte? Wenn ja, hat er sich sicher den schaurig, grauslichen Kriminalfällen und deren wissenschaftliche Aufarbeitung gewidmet, ja es nacherlebt und nach erfahren. Dafür gibt es Museen. Zum Nacherleben einer vergangenen Zeit, zum Erfahren der

Zeugnisse vom Menschen, von seinen Freuden und seinem Leiden, seinen Hoffnungen und Ängste”,

wie das schon der alte Waidacher gesagt hat. Der ist zwar nicht so alt wie der Kaiser, aber halt viel museologischer.

Man möge sich doch vorstellen, es gäbe ein Museum, das gerade real nicht zugänglich ist. Dem Konjunktiv trotzend gibt es das. Wie wäre es, es virtuell zu besuchen. Wir probieren das mal! Und unter Wir verstehen sich meine Studienkollegen und ich. Und ich versuch hiermit blog-technisch, sich dem Web 2.0 ergötzend, die Menschen abholend, diesen Prozess an den potenziellen Täter oder das potenzielle Opfer zu bringen. Denn irgendwie sind wir doch alle, und irgendwie waren alle, Täter und Opfer. Der eine mehr, der andere weniger. Ganz zu schwiegen von den Täterinnen und Opferinnen. Und CSI schauen auch viele.😉

Ich blog mal übers Kriminalmuseum und wie das so digitalisiert wird!

Kommts wieder mal vorbei,
Christopher

BACHHIESL Christian / GARTLER / NESSMANN et al, Räuber, Mörder, Sittenstrolche. 37 Fälle aus dem Kriminalmuseum der Karl-Franzens-Universität Graz, 2. Auflage, Graz 2004.

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Icons und Buttons für Lernmodule (ZfL Köln)

Ich habe während meines Auslandssemester am Zentrum für Lehrerinnen Bildung in Köln für 3 Monate gearbeitet. Ich wollte immer schon einmal Informationsdesign an der FH in Graz studieren, was mir aber wegen des beinharten Aufnahmeverfahrens verwehrt bliebt. Umso mehr freut es mich doch einmal gestalterisch, kreativ arbeiten zu können, eingebettet in den Fächern mit denen ich mich gerne in meinem Studium herumschlage.

Das ZfL versucht im Sinne des Blended Learning-Konzeptes Lernmodule zu entwickeln, die Inhalte vermitteln sollen, um Präsenzphasen mit Studierenden besser gestalten zu können. Daraus hat sich der Auftrag, die Idee ergeben Buttons und Icons für diese Art der Lernmodule zu erstellen.

Ich nehme mir als Urheber heraus diese Buttons und Icons hier zu präsentieren, sage aber das die Verwertungsrechte beim ZfL Köln liegen und mit dem ZfL jegliche rechtlichen Fragen zu klären sind. In meinem Sinne sollten sie für jeden frei verfügbar sein.
Wir haben Icons/Buttons erstellt für: Leseauftrag, Abgabe, Lerngruppe, Etherpad, Übung, Forum, Video, E-Portfolio, einen Home-, Chat- und FAQ-Button sowie zwei Bilder zur Visualisierung von „Blended Learning“.
“Produktionsablauf”: Ich habe gezeichnet, die Zeichungen eingescannt und anschließend mit GIMP bearbeitet. Dies wird so oft wiederholt und mit Feedback gepaart, bis man zufrieden ist.

Button_FAQ Button_Group Button_Home eportfolio_JUNE etherpadJUNE_NEW forumJUNE  HP_BL_ToDo HP_BL_Zyklus_NEW lerngruppeJUNE mail_JULY readJULY videoJUNE_circle WORK_NEW_JULY

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Irgendwo auf einem Platz.

**The breath of the morning … **

**Living in the Stein… **

Kurt Cobain selbst spielt mit seiner Gitarre auf. Er sieht zumindest aus wie Kurt Cobain. Rechts von mir sitzt ein alter Mann in einer schwarzen Lederjacke, blaue Adern bahnen ihre Verästelungen seinen ledrig, faltrigen Hals rankengleich hoch und versorgen das antike Haupt zirkulierend mit Blut. So vermute ich doch. Auf meiner linken Seite das Gegenteil. Saftig junge Menschen, frisch und lebendig, ein junges Pärchen. Hinter ihnen ein Markt, ein Büchermarkt. Wieder eher mit altem Bestand. Hier sind sowieso ganz viele Märkte.

Aufbruchsstimmung, Gänsehaut. Dieser Kurt Cobain ist ein verdammt guter Musiker. Mich hat er gepackt und auch viele um mich herum hier auf diesen Platz. Ich weiß gar nicht wie der Platz heißt. Ich weiß gar nicht wie ich hier her gekommen bin. Ich bin einfach hier angekommen nachdem ich ein paar Stunden mit 4 Schwäbinnen im Auto verbracht haben. Wir sind nach Norden gefahren. Die hab ich eigentlich auch nicht gekannt, die waren aber ganz nett.

Roter Backstein, ein Boot auf einem Kanal, eine Bande grölender Touristen. Was riecht hier so süßlich, fremd und doch bekannt? Der Geruch kommt aus diesem Laden, Coffee steht da. Ich mag Kaffee! Aber die verkaufen hier gar keinen Kaffee….
Was für eine fremde Welt!
Der alte Mann neben mir fängt an, während der Typ aufgeigt – aufgeigen ist ein Wort das der Deutsche gar nicht kennt! – seine Fingernägel zu schneiden. Während er zur Musik mitsummt. Der Mann ist die Reinkarnation der Freiheit! Aber auch der Kurt Cobain, aber eigentlich ich auch! Cool!

Wir düsen durch diese Stadt! Zahllose Radfahrer preschen bei uns vorbei. Sie sind nicht in Eile, sie sind in Raserei so schnell wie möglich in ihrer verradfahrten Stadt von A nach B zu kommen. Ich sitze auf dem Gepäcksträger eines Rades, ein Typ den ich vor Jahren auf einem Festival in Budapest kennen gelernt habe fährt mich durch diese Stadt. Mich, einen Österreicher der in Deutschland ein Auslandssemester macht und der gerade hier in den Niederlanden für zwei Tage in Amsterdam ist. So schön kann Europa doch auch sein!

Kemmts wieder einmal vorbei!
-Christopher

An Verlängerten mit SemanticWeb, OAI-PMH und Rote Rübensaft

Heute hab ich kein Bild. Stellt euch halt irgendwas vor!

Zülpicher Straße, 09:29 Uhr. Cafe Krümel. Der 9. Juni 2015. Köln. Ich sitze bei einem einfachen Frühstück und einem Kaffee. Mir scheint es ist sogar ein Verlängerter, aber die Deutschen nennen das nun mal Kaffee und nicht Verlängerten. Die Semmeln sind auch deformiert und werden Brötchen genannt. Schmecken aber genau gleich. Das Wasser hab ich gleich dazu bestellt, muss man auch, weil es ist ja nicht vorher schon klar, dass man zum Kaffee auch Wasser trinkt.
Ach! Deutsche?!
Sie sprechen das auch ganz anders aus. Bei mir hört man das da zwei „e“ sind. Viel melodischer, viel habsburgischer! Auch hat die junge Kellnerin ganz überrascht geschaut als ich sagte: „Gnädigs Fräulein, küss die Hand! I hät gern an Verlängerten und a Semmerl mit Marillenmarmelade bittsche!“. Sie meinte schroff wenn ich einen Verlängerten haben will soll ich in den Puff! „Wenns dort an guadn Kaffee hom….“
Nein! Das war jetzt gelogen. Ich lese hier eigentlich Texte über das Semantic Web und über das OAI Protocl for Metadata Harvesting. Ich glaube im Bordell kennt man sich so gut aus mit Semantic Web, wie die SPÖ zu ihrem Wort steht. Also gar nicht. Man stelle sich vor, der Jörgi würde noch leben und die Hypo wäre noch nicht aufgefallen, UN Truppen würden mit antifaschistischen Widerstandskämpfern in den Häusergräben Wiens mit Poolnudeln auf die rechten Bubis hauen. Ich bin sowieso für die Einführung von Poolnudel-Kämpfen in ideologischen Auseinandersetzungen. Politisch kenn ich mich halt aus!
Ach! Die Ösis, sind gerade dabei die Demokratie zu entdecken! Bei uns würds sowas nicht geben.

Barbarossaplatz, nach 22:99 Uhr. Kiosk. 15.Juni. Köln. Geh in den Kiosk um mir ein Getränk zu kaufen. Brauche länger wegen der Auswahl. Der ausländische Kioskmitarbeiter steht zuerst draußen, verschwindet dann hinter einer Hintertür. Deswegen auch die Bezeichnung Hinter-tür. Plötzlich zwicken mich zwei Finger von hinten in die Rippen. Wir sehen uns in die Augen, ich und der Kioskmitarbeiter. Ich war auf alles gefasst, Kampf, Flucht, Raserei, Mord!

„Bist du kitzlig!?“,
„Bitte?!“
„Ob die kitzlig bist. Ich bin kitzlig auf der Seite.“

Anscheinend ist es guter Brauch im Kiosk die Leute zu kitzeln. Mit diesem neuem Wissen freue ich mich auf den nächsten Kioskbesuch!

Die Kölner sind so offen und plaudern gern, man glaubt es nicht. Heute hat mich auch eine Frau bei Rewe angesprochen, als sie den Rote Rübensaft nicht gefunden hat. Der solle nämlich den Blutdruck senken und ob ich das den nicht so gerne mag, wo ich entgegnete, dass ich das sogar sehr gerne mag, aber nicht als Saft, sondern als Salat, mit ordentlich Krenn drinnen. #Salattiger

Kemmts wieder einmal vorbei!
-Christopher

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Leckerer Atem der Geschichte in NRW

Der Holunderstrauch steht in voller Blüte! Er schreit danach, sich zu versaften. Mich wundert es nicht, dass der Holunder solch weiß strahlende Blühten hier im Rheinland wirft. Welch Historizität haben schon diese Blüten gesehen, welch Geschichtlichkeit packt mich, mit titanener Hand am Historikergemächt:
Die Symbolfigur des christlichen Europas, Karl der Große, mit dessen Thron ich ein Selfie gemacht hab. Am Grabe Kaiserin Theophanu, einer der mächtigsten Frauen des Mittelalters, wo mich der Atem der Geschichte eingeholt hat. Am Geburtshaus Beethovens, wo ich mir wieder bewusst wurde, dass ich mich mit Musik so gar nicht auskenne. Der nähren Umwelt Karl Marx, dessen Theorien die Weltgeschichte prägten. Am Schrein der Heiligen Drei Könige im Kölner Dom, einer Pilgerstätte zu der tausende und abertausende Menschen eilten. In der Bundeshauptstadt der BRD, geistig Arm in Arm mit Adenauer voran schreitend für ein geeintes und besseres Europa! Erasmus ist ein guter Weg, Mauern zu zerschlagen und an deren Stelle Brücken zu bauen. So hab ich schon mit fast ganz Europa – stellvertretend –  ein Bier getrunken. Und Leute die miteinander Bier trinken sind Freunde!

Szenenwechsel!

Ich sitze mit einem lecker angebratenen, halben Hähnchen auf einer Parkbank auf einem Spielplatz gleich neben dem ZfL, dem Ort wo ich arbeite. Mittagspause. Meine Finger reißen Stücke aus dem saftigen Fleisch. Meine Geschmacksknospen tanzen! Ein kleines Mädchen eilt vorbei, mit großen Augen auf das Fleisch blickend entfuhr ihr ein zittriges: “Ach! Hähnchen“. Wäre ich nicht voller Futterneid mit zwei größeren Brüdern aufgewachsen und hätte ich es nicht komisch gefunden als erwachsener Mann Kindern am Spielplatz Hähnchenfleisch zu füttern, hätte ich ihr ein Stückchen gegeben. Aber spätestens als ich meine blauen Heidelbeeren aus der Packung nahm, und mich das erste Kind fragte, ob sie den auch eine Blaubeere haben darf, gierten die Kinder wie Spatzen oder Tauben und plünderten meinen Heidelbeerbestand. Naja! Ich hatte ja schon ein Hähnchen. Was aber nicht zu verwechseln ist mit einem Halben Hahn. Das ist kölsch für ein Roggenbrötchen mit einem dicken Stück Käse und Senf. Ach dieses Europa. Dort blüht halt noch der Holunder. Und warum schreibt man blühen mit h und Blüte nicht?

Kemmts wieder einmal vorbei!
-Christopher

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Day of DH: What does a EuroMACHS-Student actually do all day?

„Was ich denn studiere?“ war eine oft gestellte Frage von anderen Erasmus Studenten dieses Sommersemester in Köln. Ich bezeichne es immer als „Digitales Kulturerbe“, da man sich mit diesem Begriff – so hoffe ich zumindest – etwas Besseres vorstellen kann, als unter der offiziellen Bezeichnung: European Multimedia Arts and Cultural Heritage Studies (= EuroMACHS). Ich bin Österreicher, der in Graz diesen Master studiert. Stets folgten fragende Gesichter, zweifelhaftes Nicken, Ungewissheit auf meine Ausführungen und Erklärungsversuche, was den “Digitales Kulturerbe” oder die Digital Humanities (=DH) seien. Im Zuge des Day of DH möchte ich den Versuch wagen an einem konkreten Beispiel aufzuzeigen was ein Student des “Digitales Kulturerbes” den Tag lang macht.

Im zweiten Studienjahr, wenn ich wieder in Graz bin, werden ich und meine KollegInnen das Hans Gros Kriminalmuseum, projektbegleitend, digitalisieren. Das erfolgt nicht in dem Sinne, dass wir Akten scannen oder Objekte fotografieren, sondern, dass wir Methoden und Tools der Informatik verwenden, um geisteswissenschaftliche Fragestellungen zu behandeln.
In diesem Museum sind Akten und Artefakten aus dem 19. und 20. Jahrhundert dokumentiert, die als Zeugen unterschiedlicher, zum Teil sehr makabere, Kriminalfälle der Steiermark gesehen werden können. Wie das Projekt umgesetzt wird steht noch aus. Ich für meinen Teil könnte mir sehr gut vorstellen, dass ein Computerspiel designt und implementiert wird, dass es einem Besucher ermöglichen würde, interaktiv und spielerisch, einen Kriminalfall dieser Zeit nachspielen zu können. Hier soll nicht der Schwerpunkt auf klassischer Rekonstruktion der Fälle gelegt werden, sondern auf die virtuelle Erfahrung einen historischen Fall selbst erleben zu können. Um dies umsetzen zu können, bedarf es sowohl geisteswissenschaftlicher Arbeit, um die Inhalte des Museums zu erfasse und zu analysieren, sowie dem technischem Know-how ein Computerspiel zu implementieren.

Zuerst zur Spielidee: Kommissar Gruber, die Spielfigur, muss in einem Detective-Adventure den Fall der vermissten Frau Josep, die im Jahre 1922 in Graz spurlos verschwunden ist, lösen. Nach einem kurzen Briefing mit einem Gendarmen marschiert Kommissar Gruber durch die virtuelle 3D-Welt, spricht mit NPC’s, sammelt Hinweise, dokumentiert diese in seinem Logbuch und muss Minispiele absolvieren. Jeder dieser Inhalte ist an den tatsächlichen historischen Fakten orientiert. So sollte die Geschichte um die ermordete Frau Josep, deren Leich1e in einer Säule monatelang eingegipst war, durch das Spielen erzählt werden, wie es ein Besucher im Kriminalmuseum in Graz vorfinden würde. Natürlich handelt es sich um ein sehr grausliches Thema, aber gerade das ist die Besonderheit dieses Museums und sollte sich auch im Spiel wiederfinden. Zu diesem Kriminalfall gibt es vom Kriminalmuseum ein Video.

Umgesetzt wird dieses Projekt im Zuge einer Gruppenarbeit in einem Seminar bei Prof. Thaller. Dazu wird die Game Engine Unity verwendet, in der man 3D Welten erstellen kann und mittels Scripting (JavaScript, C#) unterschiedliche Funktionalitäten implementieren kann. Weiteres werden Objekte mit 3D-Software wie Blender generiert, bzw. greifen wir in diesem Projekt, ganz im Sinne des Open Source Gedanken, auf bereits von anderen Personen erstellte Objekte, Scripts oder Inhalte zurück.

Zumindest werden nach diesen Ausführungen die Gesichter weniger fragend, das Nicken bestimmter und Ungewissenheit zerstreuter. Für mich ist genau das “Digitales Kulturerbe”.

– Christopher Pollin

underground

Blended Marx: Arbeit und Erasmus

Das Underground in Köln. Wahrlich ein (ver)blended-er Ort! Hat eigentlich nichts mit dem Text jetzt zu tun!

Ich bin gar kein Erasmus-Student. Erasmus-Studenten feiern ununterbrochen und bereisen ganz Europa. Ich bin ausreichend belegt mit Seminaren oder Kursen und arbeite auch noch. Arbeiten? Während eines Auslandssemesters?! Arbeiten als Student?! Wieso arbeiten Studenten überhaupt? Wieso arbeitet man überhaupt? Hat nicht der alte Karl Marx bereits die Arbeit als grundlegenden Prozess zwischen Mensch und Natur gesehen? So ist doch ein sich in die Welt-setzen die Arbeit eines Studenten! Und warum lese ich eigentlich ein Buch über Karl Marx? Weil ich mir dann so unheimlich schlau vorkomme! Und was arbeite ich überhaupt? Was noch viel Schlaueres!

Ich arbeite, nicht nur am mich in die Welt-setzen, oder als Setzer in der Veitsch – beides stets erfolgreich – sondern zur Zeit auch als wissenschaftliche Hilfskraft am Zentrum für LehrerInnenbildung an der Uni Köln. Dort arbeite ich mit, eine e-Learning/Blended Learning unterstützte Lernumgebung für Lehramtsstudierende im Praxissemester zu entwickeln. Blended Learning ist der Versuch den viel erörterten Begriff des e-Learnings praktisch brauchbar umzusetzen. Also wirklich praktisch und nicht so unbeholfen, wie man das (leider) so oft erlebt. Dort werden e-Learning Prinzipien mit Präsenzeinheiten mit einem Lehrenden kombiniert, um Synergien ausschlachten zu können – ausschlachten ist in dem Zusammenhang aber ein hartes Wort. Die Arbeit des Fleischhauers ist in seinem Ausschlachten, ein sich in die Welt-setzen und eine Kuh aus der Welt setzen. Oder so…

Die kleine Susi studiert Geschichte im 3.Semester an einer Universität. Susi ist keine Kuh und setzt sich in die Welt! Ihre Professoren sind IT-affin und wollen e-Learning, ja sogar Blended Learning anwenden um ihren Unterricht zu modifizieren. Susi erarbeitet in einem Lernmodul unterschiedlichste Lernziele. So liest sie einen Text zur kritischen Kapitalismusanalyse, schreibt ein kurzes Essay darüber in einer kollaborativen Schreibumgebung, ladet es hoch und bringt in ihrer Schreibtätigkeit die Zusatzinformationen aus einem Podcast und aus der Forendiskussion mit Kolleginnen und Kollegen mit ein. In der Pärsenzeinheit wird nun gemeinsam mit dem Dozenten über die Essays diskutiert, Feedback gegeben und gemeinsam an neuen Lernzielen gearbeitet, die dann wiederum als online Session kollaborativ von Studenten erarbeitet werden müssen. Susi kann lernen wo sie will, wann sie will und erhaltet gut abgestimmtes Feedback auf ihre Leistungen, ohne, dass man sich fadisierend administrative Inhalte oder Referate von Kolleginnen anhören muss. Ich arbeite daran mit, dass an der Uni Köln ungefähr so etwas etabliert werden kann.

Kemmts wieder amoi!
– Christopher